Mit der Ausbildung kann begonnen werden, sobald das Fohlen achtzehn Monate alt ist. Wichtig ist vor allem, dass der Ausbilder Ruhe und Geduld mitbringt. Er muss jede gewaltsame Einwirkung auf das junge Pferd vermeiden; durch gutes Zureden erreicht er viel mehr als durch Schläge und Grobheiten, die gerade beim jungen Pferd häufig zu psychischen Störungen führen und sich somit auf die zukünftige Tätigkeit nachteilig auswirken können.
Das Tier soll Vertrauen zum Menschen haben und sich bei ihm sicher fühlen; dadurch wird es selbst sicher und ruhig. Das Fohlen muss auf natürliche Weise an die Arbeit herangeführt werden. Übertriebene Anforderungen sind zu vermeiden, damit es seine neue Situation nicht ablehnt, sondern freudig akzeptiert. Eine angemessene Arbeit fördert die körperliche Entwicklung des jungen Pferdes; wird ihm jedoch exzessive Mühe zugemutet, verringert sich sein Appetit, seine Kräfte nehmen ab. Und das gesunde Wachstum ist gefährdet.
Das Pferd soll die . Arbeit verrichten, die seiner Konstitution und seinen Eigenschaften am besten entspricht. Die Arbeit soll auf seine Kräfte, auf sein Geschlecht und sein Alter, auf die klimatischen und jahreszeitlichen Bedingungen abgestimmt sein. Stuten sind empfindsamer als Hengste, und wenn sie rossig sind, reagieren sie besonders reizbar. Hengste sind in ihrem Erscheinungsbild stattlicher und ausdrucksvoller als Wallache, aber auch unruhiger. Hitze, besonders zusammen mit hoher Luftfeuch tigkeit. erschwert die Arbeit. Wind stört die Pferde ebenfalls und macht sie nervös. Auch die Jahreszeiten haben ihre Auswirkungen auf die Lei stungsfähigkeit der Tiere: Im Frühling ist das Pferd lebhaft und voller Energie; im Sommer läßt der Appetit nach, das Pferd schwitzt, die Ar beit bereitet mehr Mühe..außerdem wird es von lästigen Insekten ge plagt. Der Herbst ist eine Übergangszeit und steht noch unter den negati ven Zeichen des Sommers. Im Winter dagegen erwachen Vitalität und Lebensfreude wieder, der Appetit nimmt zu, und die Kälte veranlaßt das Pferd, sich energischer und häufiger zu bewegen.